Grillkohle entzünden: Ugh, ich habe Feuer gemacht!


Kein gemütlicher Grillabend ohne heiße Glut: Doch den Grill anzünden ist nicht so einfach! Oft erlischt die Glut, ehe die ersten Würstchen auf dem Rost garen oder der Grill geht schon nach kurzer Zeit wieder aus. Auch eine übermäßige Rauchentwicklung ist beim Grill anzünden immer wieder ein Problem. Hier finden Sie Tipps, wie Sie fachgerecht Grillkohle anzünden und die Glut schüren!

Barbecue-Fans, die auf einem Gasgrill grillen, können über die « Probleme » der Holzkohle-Fanatiker nur milde lächeln. Ihr Grill ist auf Knopfdruck grillbereit. Aber « nur im Holzkohlengrill entsteht das grill-typische Rauch-Aroma » halten die Traditionalisten am Rost dagegen.

Zuviel Qualm am Grill stört aber nicht nur die Nachbarn, sondern ist auch ungesund, wenn das Grillgut in giftigen Verbrennungsgasen gart! Wie Sie den Grill anzünden und für ausreichend Glut für einen ausgedehnten Grillabend sorgen, erfahren Sie hier.

Grill befüllen

Ob man nun Holzkohle ode Grillbriketts wählt, ist größtenteils Geschmacksache. Fakt ist:

  • Grillkohle glüht schneller durch, d. h. das Fleisch kann schneller auf den Rost. Dafür ist die Glut auch schnell wieder kalt oder man muss frische Kohle nachlegen.
  • Briketts brauchen länger, bis sie durchgeglüht sind, dafür halten sie die Hitze auch deutlich länger – ideal für lange Barbecue-Nächte mit vielen kulinarischen Gängen vom Grill!
  • Praxistipp: Beide Brennstoffe im Grill mischen und deren Vorteile kombinieren!

Jetzt muss die Grillkohle im Grill aufgeschichtet werden: Ein kleiner Haufen, der an eine flache Pyramide erinnert, ist die ideale Form, damit sich die Glut zügig von innen nach außen « durchfrisst ». Bei der Menge muss man selbst Erfahrungswerte sammeln: Zu wenig Kohle bedeutet unter Umständen ein jähes Ende des Grillabends, obwohl noch Fleisch übrig und Hunger spürbar ist. Zu viel Kohle ist « Verschwendung », wenn der Grill noch stundenlang glüht, obwohl man längst satt ist (Grill niemals unbeaufsichtigt ausglühen lassen – Glut mit Sand löschen!).
Praxistipp: Verwenden Sie feste Grillanzünder, sollten Sie schon beim Aufschichten der Kohle die Anzünder gleichmäßig im Kohlehaufen verteilen!

 

Anleitung: Grill anzünden

Im Handel gibt es verschiedene Arten von Grillanzündern – sie lassen sich grob unterteilen in feste Anzünder (auf Paraffinbasis, aus Presspan oder Holzwolle) flüssige Anzünder oder Grillanzünder, die selbst Hitze erzeugen können. Feste und flüssige Grillanzünder werden einfach gleichmäßig über den Kohlen verteilt und angezündet. Von ihnen greifen die Flammen dann auf die Holzkohle über. Solange noch offene Flammen zu sehen sind, müssen Sie noch warten. Erst wenn Briketts & Co. nur noch hellrot glühen und eine feine weiße Ascheschicht zeigen, ist der Grill heiß genug für die ersten Scheiben Steak!

Praxistipp: Wer auf chemische Anzündhilfen verzichten möchte, kann auch alte Eierkartons oder Tannenzapfen aus dem eigenen Garten als Grillanzünder nutzen! Schichten Sie die Kohlen über den klein gerissenen Eierkartons auf und zünden diese an – das Feuer entwickelt sich rasch. Bei Tannenzapfen stört manchen Griller der harzige Geruch – bis das erste Fleisch auf den Rost kommt, ist der aber verflogen. Beide Alternativen zu käuflichen Grillanzündern entwickeln eine starke Hitze, so dass Holzkohle oder Briketts nach kürzester Zeit glühen.

Alternativ heizen viele Griller ihre Glut auch mit einem elektrischen Grillanzünder an (eine Heizschlange, die in die Kohlen gelegt wird), mit Camping-Gaskochern, mit dem Unkrautbrenner oder mit einem Heißluftfön – das geht sehr (!) schnell, sorgt aber auch für einen kräftigen Funkenflug!

Nicht geeignet zum Anzünden des Grills sind Spiritus, Benzin und andere Beschleuniger – Stichflammen können ernsthafte Verletzungen erzeugen! Aber auch altes Zeitungspapier sollte nicht zum Einsatz im Grill kommen: In der Asche des Papiers bleiben Reste der Druckerfarben zurück – deren Verbrennungsrückstände sind nicht gesund und sollten nicht durch aufwirbelnde Asche mit Lebensmitteln in Kontakt kommen!

Praxistipp Anzündkamin: Grillkohle separat anzünden

Weil sie schnell große Mengen an Briketts gleichmäßig zum Glühen bringen, sind Anzündkamine bei Profi-Grillern sehr beliebt – leichter und schneller gelingt das Anzünden des Grills wohl mit keinem Grillanzünder! Wie man Kohle im Grillanzünder-Kamin vorglüht, zeigt diese Anleitung im Detail:

Dank des Kamineffekts glüht die Kohle schnell und gleichmäßig durch – in 15 bis 20 Minuten erhält man so grillfähige Glut, die nur noch vorsichtig in die Grillschale umgefüllt werden muss. Hierbei kann es heiß werden – unbedingt schützende Grill-Handschuhe tragen!

Feuer schüren

Haben die Flammen der Grillanzünder auf die Kohle übergegriffen, müssen Sie eigentlich nicht mehr viel tun. Manchmal will die Kohle aber nicht so recht durchglühen. Dann fehlt es meist an frischen Sauerstoff für den Verbrennungsprozess: Ein starkt rauchender Grill zeigt deutlich, dass Sauerstoff fehlt!
Kugelgrills haben Belüftungsventile im Boden und im Deckel – sie müssen geöffnet sein, damit Frischluft den Grill durchströmen kann (vgl. Kamineffekt beim Anzündkamin!). Ist die Glut voll ausgebildet, werden die Bodenventile (stärker) geschlossen.
Bei offenen Grills führt man der Glut ausreichend Sauerstoff zu, in dem man wedelt, pustet oder fönt. Hilfsmittel sind erlaubt, z. B. Fächer, Beachball-Schläger, Pappe, Grillfön, Blasebalg, Heißluftgebläse.

Praxistipp: Wenn nach dem Essen noch viel glühende Kohlen übrig sind, nutzen Sie die Glut doch einfach dazu, das Lagerfeuer in der Feuerschale zu entzünden! So kann der Grillabend gemütlich ausklingen!